Geregelte Zuwanderung

Die Notwendigkeit einer geregelten Zuwanderung angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Österreich wird auch von Menschen gesehen, die einer multikulturellen Gesellschaft nicht per se positiv gegenüber stehen. Derselbe Tenor – wir brauchen Zuwanderung – ist auch in der Politik häufig zu hören.

Allerdings suggeriert das Wort geregelt, dass die derzeitige Form der Zuwanderung ungeregelt abläuft. Je nach persönlichem Angst-Potential liegen Assoziationen mit „Überfremdung“, „das Boot ist voll“, „vom Fremden überflutet werden“, „ungehinderter Ansturm auf Österreich“ etc in der Luft.

Tatsache ist, dass die Zuwanderung in Österreich über-geregelt ist.

Die Regelung ist so strikt, dass eine legale Zuwanderung nur auf zwei Weisen möglich ist. 

  • Erste Möglichkeit: Als Spitzen-Arbeitskraft von einem Unternehmen nach Österreich eingeladen werden. Sollte diese best ausgebildete Person mit einem Partner/einer Partnerin (die meist ebenfalls best ausgebildet ist) nach Österreich kommen wollen, so besteht das Problem, dass dieseR zwar in Österreich leben, aber keinesfalls arbeiten darf. Unternehmen klagen, dass dadurch viele benötigte Arbeitskräfte nicht zur Verfügung stehen.
  • Zweite Möglichkeit: Heirat. Auch in diesem Fall gibt es verschiedenste Auflagen, wie z. B. der Nachweis, dass die Beziehung schon seit längerer Zeit im Heimatland der PartnerIn besteht, oder der Erwerb von Sprachkenntnissen schon vor der Einreise nach Österreich. 

Durch die Gesetze und Verordnungen, die in den letzten Jahren einander folgten, die sich gegenseitig überlagern und in ihrer Strenge übertreffen, ist ein Verordnungsdickicht entstanden, in dem auch die mit der Durchführung beauftragten Beamten oder auf die Thematik spezialisierte Anwälte keinen Durchblick über die Möglichkeit des legalen Zuzugs im Einzelfall mehr haben. Das bedeutet, dass letztendlich willkürliche, im Ermessen des einzelnen Beamten liegende Entscheidungen über das Schicksal von Menschen getroffen werden. 

Es braucht Bürgerinnen und Bürger, die sich die Mühe der differenzierten Information machen, um vordergründig harmlos klingende Formulierungen als Desinformation zu erkennen und darauf zu reagieren.

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